Zusatz Weiterbildung Notfallmedizin
Vom 23. - 30. Sept. 2023 konnten sich Notärzte, niedergelassene Praxisärzte, ärztliche Berufsanfänger, Notfallsanitäter sowie Rettungsassistenten in einem Seminar in allen gängigen notfallmedizinischen Techniken weiterbilden. Diese Zusatzweiterbildung fand im Feuerwehrhaus Gudensberg statt.
Geleitet wurde das Seminar von Dr. Andreas Hettel, der seit vielen Jahren als Notarzt tätig ist. Ferner ist er als leitender Notarzt des Schwalm-Eder-Kreises bestellt.
Im Vordergrund steht bei dem Seminar die notfallmedizinische Versorgung der Patienten. Ein wichtiges Thema war u.a die Verletztenversorgung gemeinsam mit der Feuerwehr: Einsatztaktik, Absprachen, Einsatz und Gebrauch technischer Hilfsmittel, Drehleiter etc.
Übung-1: LKW-Rettung
Übungslage: „Eingeklemmte Person“.
Die Aufgabe scheint zunächst nicht sonderlich spektakulär: Der Fahrer ist verletzt und muss versorgt werden. Da jedoch auch der Beifahrer verletzt und eingeklemmt ist, erschwert die Rettung erheblich. Zudem sind LKW-Rettungen allgemein durch die sehr hohen und massiven Führerhäuser zusätzlich aufwendig. Verschiedene Rettungsmöglichkeiten wurden simuliert. So konnten Vor- und Nachteile besprochen und praktisch geübt werden.
Übung-2: Rettung aus einem PKW:
Ein PKW war verunfallt, eine Person im Fahrzeug, Türen liesen sich nicht öffnen. Die Feuerwehr unterstützte bei der Rettung mit techn. Gerät. Bis zur Öffnung der Türen musste die Person ständig durch den Rettungsdienst betreut und eventuell lebensrettenden Maßnahmen eingeleitet werden.
Übung-3: Personenrettung mittels Drehleiter
Durch bestimmte Umstände (enge Treppenhäuser, steile Treppen, schwere Personen) müssen Patienten mit Hilfe der Drehleiter aus der Wohnung zum Rettungswagen transportiert werden. Hierbei sind einige wichtige Grundsätze seitens der Sanitäter und der Feuerwehr zu beachten. Diese Zusammenarbeit wurde geübt. Auch die Betreuung des Patienten während der Fahrt mit der Drehleiter. Die Trage mit dem Patienten, wird auf einer spezielle Vorrichtung am Leiterkorb befestigt.
Übung-4: Massenanfall von Verletzten, kurz MANV:
Nach einem Unfall mit zwei PKW´s sind mehrere Personen teilweise schwer, wenn nicht sogar lebensgefährlich verletzt. Hier sind dann eine gute Absprache und Zusammenarbeit der Rettungskräfte gefordert. Die medizinischen Rettungskräfte entscheiden, wer zuerst aus welchem PKW gerettet werden muss. Die Feuerwehr unterstützt hier mit technischem Gerät und schafft Zugangsöffnungen bei den verunfallten Fahrzeugen.
Anmerkung
Bei der Rettung von Personen, egal aus welchen Szenarien, ist für die schnelle Versorgung der Verletzten eines von großer Bedeutung: Die Absprache und die dann folgende Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und der Feuerwehr. Ein Ziel des Seminars war es, dass die Teilnehmer Einblicke in die Arbeitsweise der jeweils anderen Rettungsorganisation bekamen.
Alle Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer und die Einsatzkräfte der Feuerwehr Gudensberg zeigten ein großes und vor allem gemeinsames Engagement im Team. Dadurch konnten die Einsatzszenarien erfolgreich abgearbeitet werden.