Ausbildung des Katastrophenschutzzugs HR-LZ 22 am 01.03.2026
Thema: Massenanfall von Verletzten (MANV)
Im Rahmen der heutigen Ausbildung beschäftigte sich der Katastrophenschutzzug in einem theoretischen Teil mit dem Thema Massenanfall von Verletzten (MANV).
Ein MANV liegt vor, wenn eine Vielzahl verletzter oder erkrankter Personen versorgt werden muss und die regulären Rettungsmittel nicht mehr ausreichen. Auf Landesebene wird häufig vom Szenario „MANV 50“ gesprochen. In der Praxis gilt jedoch: Auch deutlich kleinere Lagen – ab etwa zehn Betroffenen – erfordern eine strukturierte und angepasste Einsatzorganisation. Mögliche Einsatzszenarien sind Technische Ereignisse (z. B. Busunfälle, Einstürze), Brandereignisse, Großveranstaltungen, extreme Wetterlagen, Vergiftungen und Gefahrgutlagen sowie polizeiliche Lagen.
Thematisiert wurden zudem die farblichen Einstufungen (Triage – rot, gelb, grün, schwarz) zur schnellen Priorisierung der Patienten sowie die Aufbauorganisation eines Behandlungsplatzes – von
der Patientenablage über die einzelnen Behandlungsbereiche nach Sichtungskategorien bis hin zu Transport- und Bereitstellungsräumen.
Neben den organisatorischen Abläufen, wurden auch die besonderen Herausforderungen solcher Einsätze besprochen: Begrenzte personelle und materielle Ressourcen, eine teils überlastete Infrastruktur von Funk, Leitstelle und Kliniken, Informationsdefizite in der Anfangsphase sowie unterschiedliche Qualifikationen und Ausstattungen der eingesetzten Kräfte. Auch die sogenannte Chaosphase zu Beginn eines Einsatzes und die „Zeitfalle“ für kritisch verletzte Patienten wurden besprochen.
Nach getaner Arbeit darf am Ende auch das gemeinsame Grille nicht fehlen – ein kleines Dankeschön an alle für ihr ehrenamtliches Engagement.
