FF Dorla: Themenblock: Belüften und Entrauchen
Zu einem erfolgreichen Feuerwehreinsatz bei einem Brand zählt schon lange nicht nur Schläuche ausrollen und löschen, sondern auch der optimale Einsatz aller Gerätschaften die zur Verfügung stehen.
Deshalb wurde bei einem der vergangenen Ausbildungsdiensten intensiv das Thema Belüftung und takt. Ventilation theoretisch und praktisch ausgebildet. Mobile Hochleistungslüfter gehören mittlerweile zur Ausrüstung von Feuerwehren. Belüften oder Entrauchen ist aber mehr als ein einfaches „Blasen von Luft in ein Gebäude“.
Diesbezüglich ist ein Lüfter heutzutage nicht nur ein Hilfsmittel um am Ende des Einsatzes den restlichen Rauch aus einem Gebäude zu bringen, sondern ein wichtiges Instrument von Anfang an. Mit Hilfe des richtigen Einsetzens eines Lüfters gleich in der Erstphase, kann einer Person um sehr wichtige Minuten früher geholfen und das Ausbreiten eines Feuers rascher unter Kontrolle gebracht werden.
Aber beim Einsatz der Lüfter sind Regeln und Taktiken zu beachten. Hier einige Regeln dazu:
Ø Damit eine Entrauchung überhaupt möglich ist, muss im oberen Bereich des betroffenen Gebäudes eine Öffnung
für den Rauchabzug geschaffen werden.
Ø Abluftöffnung in der Nähe Brandherd
Ø Benzinbetriebene Lüfter sind grundsätzlich außerhalb des Gebäudes aufstellen (Abgase).
Ø Lose Gegenstände im Lüfterbereich entfernen,
Ø richtiger Abstand des Lüfters zur Zuluftöffnung,
Ø Verhältnis Zuluft- zur Abluftöffnung beachten. Das Verhältnis sollte 1 zu 2 betragen, damit im Gebäude
kein Überdruck entsteht und der Rauch in andere Räume gedrückt wird.
Ø Abluftöffnung kontrollieren (Brandausdehnung)
Ø Keine Personen zw. Feuer u. Abluftöffnung
In einer ersten Unterrichtseinheit am Feuerwehrhaus Gudensberg ging es um Grundsätze der Belüftung. Des weiteren wurden die verschiedenen Lüfter der Gudensberger Feuerwehren besprochen. Mit Hilfe einer Nebelmaschine wurde demonstriert, welche Luftströme die Lüfter erzeugen. Weiterhin wurde gezeigt, wie sich die Luftströme im Gebäude verteilen. Ebenfalls ein Ausbildungsziel war es, den richtigen Abstand des Lüfters zur Zuluftöffnung zu wählen. Weiterhin die Größe der Zuluftöffnung mit Hilfe eines Rauchverschlusses zu verkleinern. Wichtig ist dies um den Zusammenhang mit der Abluftöffnung zu sehen.
Die zweite Unterrichtseinheit fand dann an bzw. in der Odenbergschule statt. Hier diente ein Treppenhaus als Übungsobjekt. Das Treppenhaus wurde mit einer Nebelmaschine stark verraucht. Dann wurde der Lüfter, ohne dass eine Abluftöffnung vorhanden war, in Betrieb genommen. Durch das zweite Treppenhaus gelangte man dann in die Klassenräume, die an das verrauchte Treppenhaus grenzten. Hier konnte man teileweise erkennen, wie Rauch in die noch rauchfreien Räume gedrückt wurde. Nach dem Abstellen des Lüfters hörte dies sofort auf.
Danach wurden nochmals die Grundsätze für einen Einsatz des Lüfters besprochen. Es wurde festgelegt, wo die Abluftöffnung sein sollte und welche Größe sie hat. Der Standort des Lüfters wurde festgelegt und die Zuluftöffnung verkleinert. Ein Atemschutztrupp öffnete den Abluftöffnung und nachdem dieser das Gebäude wieder verlassen hatte, wurde der Lüfter in Betrieb genommen. Relativ schnell konnte man erkennen, dass der Rauch gut abzog. Beim Gang durch die Klassenzimmer konnte man nicht mehr erkennen, dass Rauch in die Räume gedrückt wurde. In relativ kurzer Zeit war das Treppenhaus Rauchfrei.