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Unwetter: Wichtige Information Ihrer Feuerwehr

Wie kann Ihnen die Feuerwehr bei Schäden nach einem Unwetter helfen?
Für welche Einsätze ist die freiwillige Feuerwehr zuständig?
An wen muss ich mich wenden, damit ich schnell Hilfe bekomme?

Wir möchten Sie informieren, was die Feuerwehr nach einem Unwetter tun muss - und was sie nicht tun muss.

Zunächst ein wichtiger Hinweis:
Rufen Sie bei einer konkreten Gefahr immer sofort den Notruf 112 - wenn es die Lage erfordert, erhalten Sie von uns selbstverständlich Hilfe!

Auf der anderen Seite: überlegen Sie bei unkritischen Schadenslagen wie zum Beispiel bei 5 cm Wasser im Keller oder einem kleinen Ast auf der Straße, ob Sie dafür wirklich den Notruf 112 belasten müssen - Mitbürger, die vielleicht eine wirklich bedrohliche Schadenslage haben, bleiben so möglicherweise sehr lange in der Warteschlange der Leitstelle hängen. Denken Sie an Ihre Mitmenschen und halten Sie die Notrufleitungen für wirkliche Notfälle möglichst frei - vermeiden Sie in der ersten Stunde nach dem Ereignis unwichtige Anfragen an die Leitstelle.

Die Rettungsleitstelle (Notruf 112) ist gerade bei Unwetterereignissen sehr stark belastet. Die meisten Schäden nach einem Unwetter sind nicht zeitkritisch und werden durch die Feuerwehr nach und nach besichtigt und ggf. abgearbeitet. Warten Sie, bis das Unwetter vorübergezogen ist und begutachten Sie zunächst alle Schäden - entscheiden Sie dann, ob eine konkrete Gefährdung vorliegt. Sie erleichtern uns dadurch auch die Arbeit in der Einsatzzentrale. Die Erfahrung zeigt, dass vor allem in den ersten Minuten viele unwichtige und unkritische Meldungen eingehen, die dann durch die Feuerwehr bearbeitet werden müssen und meist zurückgestellt werden. Notfälle und konkrete Gefahrenmeldungen werden dadurch nur unnötig verzögert.

Masseneinsätze und Einsatzzentrale im Feuerwehrhaus
Nachdem ein starkes Unwetter über das Stadtgebiet gezogen ist, dauert es meist nicht lange, bis der Alarm "Unwettereinsatz" ausgelöst wird. Bedingt durch die meist große Anzahl gleichzeitiger Einsätze wird nun ein spezielles Vorgehen nötig: die Priorisierung von Einsätzen.

Dazu wird bei einer entsprechenden Anzahl von Einsätzen im Stadtgebiet im Feuerwehrhaus Gudensberg eine sogenannte Einsatzzentrale eingerichtet. Die Leitstelle schickt dann die einzelnen Einsätze nur noch per Fax ins Feuerwehrhaus. Nur eilige Einsätze und Einsätze mit Menschenrettung werden nochmals alarmiert. Dadurch wird der Funk entlastet und wir können unsere Ortskenntnis gut ausnutzen, um die Einsätze je nach Dringlichkeit oder Machbarkeit einzuordnen. Die Einsätze werden nun direkt an die einzelnen Fahrzeuge vergeben und durch die Kräfte vor Ort abgearbeitet.

Natürlich stehen uns nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Wir können selbst mit unseren zahlreichen Fahrzeugen nur wenige Einsätze gleichzeitig abarbeiten.

Andere Einsätze werden zunächst auch zurückgestellt, da es beispielsweise nur wenig Sinn macht, eine überflutete Straße abzupumpen - die Kanalisation oder auch die Sickerschächte können die Wassermassen ohnehin nicht abführen.

Aufgaben der Feuerwehr
Viele Unwettereinsätze stellen sich bei der Erkundung als unnötig heraus. Entweder, weil keine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht (Baumschäden auf Privatgrundstücken), sich das Problem in absehbarer Zeit von selbst erledigt (überflutete Fahrbahnen) oder der Aufwand für die Feuerwehr nicht verhältnismäßig ist und Mannschaft und Gerät nicht unnötig gebunden werden sollen. Auch die Leitstelle wird dadurch unnötig belastet und lebensbedrohliche Notfälle können unter Umständen nur verzögert aufgenommen werden.

Überlegen Sie sich deshalb bitte, ob Sie die Feuerwehr wirklich dringend benötigen.
Vielleicht können Sie den Schaden selbst beheben, eventuell auch mit der Hilfe Ihrer Nachbarn, die vielleicht nicht betroffen sind. Einen kleinen abgebrochenen Ast können Sie nach dem Unwetter auch ohne größere Gefahr selbst von der Straße ziehen oder nur geringe Mengen Wasser in Ihrem Keller (weniger als 10cm) mit Kübeln und Lappen aufnehmen. Es laufen bei einem Unwetter nicht selten 30 bis 60 Einsätze innerhalb kurzer Zeit ein. Es ist uns also ohnehin nicht möglich, alle sofort zu bearbeiten.

Konkret bedeutet das:

  • Auspumpen von Kellern
    ... wird im Rahmen des Unwettereinsatzes erst ab einer Wassertiefe von einigen Zentimetern durchgeführt. Die Vielzahl der Einsätze macht dieses Vorgehen notwendig. Bei weniger Wasser müssen Sie leider selbst tätig werden. Auch macht das Auspumpen erst Sinn, wenn kein Wasser mehr von außen nachläuft.
    Selbsthilfe-Tipp: prüfen Sie regelmäßig die Bodenabflüsse und eventuell vorhandene Rückstauklappen auf ihre Funktion. Stellen Sie bei einem Unwetter rechtzeitig den Strom im Keller ab, um Kurzschlüsse durch das Wasser zu verhindern.
  • abgerissene Äste
    ... werden von der Feuerwehr nur entfernt, wenn sie die öffentliche Sicherheit gefährden und der Einsatz von z.B. Motorkettensägen notwendig ist. Äste, die auf Privatgrund zu stürzen drohen und dabei keine erhebliche Beschädigung von Sachwerten zu befürchten ist, werden in der Regel nicht durch die Feuerwehr entfernt.
    Selbsthilfe-Tipp: sichern Sie die Gefahrenstelle bis zum Eintreffen der Feuerwehr z.B. mit einem Warndreieck oder Ähnlichem ab. Kleinere Äste können Sie eventuell sogar selbst entfernen.
  • umgestürzte Bäume
    ... werden von der Feuerwehr ebenfalls nur bei einer unmittelbaren Gefährdung entfernt, z.B. wenn Bäume auf Häuser oder Straßen gestürzt sind oder zu stürzen drohen. Für alle anderen Fälle sind spezialisierte Gärtnerunternehmen zuständig, denen die Feuerwehr sogar von Gesetzeswegen keine Konkurrenz machen darf.
    Selbsthilfe-Tipp: lassen Sie alte, kranke oder gefährdete Bäume rechtzeitig zurückschneiden oder fällen, damit es beim nächsten Sturm erst gar nicht zu einer Gefährdung kommen kann.
  • überflutete Fahrbahnen
    ... werden von uns meist mit niedriger Priorität bewertet. Die Kanalisation ist ohnehin bereits überlastet und ein Abpumpen macht zunächst wenig Sinn. Erfahrungsgemäß versickert das Wasser - zumindest in Gudensberg - nach kurzer Zeit von selbst.
    Wichtiger Hinweis: Bitte melden Sie überflutete Straßen erst, wenn nach ca. einer Stunde noch immer gefährlich viel Wasser auf der Straße steht - Sie würden sonst nur unnötig die Notrufleitungen der Rettungsleitstelle belegen.

    Bitte beachten Sie, dass die meisten Einsätze im Rahmen des Unwettereinsätze auf Ihrem Privatgrundstück kostenpflichtig sind (nach § 61 des Hessischen Gesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (HBKG) sowie § 2 Abs. 2 der
    Satzung über die Gebühren für den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Gudensberg)! Bevor wir tätig werden, informieren wir Sie jedoch genauer darüber. Meist können die Kosten von einer Versicherung übernommen werden - informieren Sie sich am Besten im Voraus bei Ihrer Versicherung.

Das richtige Verhalten

Bringen Sie sich trotz allem bitte nicht selbst in Gefahr! Achten Sie vor allem bei überfluteten Räumen darauf, dass der Strom abgeschaltet ist!
Bleiben Sie während des Unwetters in Ihrem Haus und versuchen Sie nicht, noch irgendwelche Sachen in Ihrem Garten zu retten. Warten Sie ab, bis sich das Unwetter verzogen hat. Beobachten Sie das Wetter in den Sommermonaten und verfolgen Sie am Besten im Voraus bereits die Warnmeldungen der Wetterdienste. Hilfreich sind auch Smartphone-Apps, z.B. die KATWARN
http://www.katwarn.de/app, die Sie per Push-Nachricht vor heranziehenden Unwettern rechtzeitig warnen können.

Rufen Sie bei einer konkreten Gefahr den Notruf 112 - wenn es die Lage erfordert, erhalten Sie von uns selbstverständlich sofort Hilfe!

 

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